Sonntag, 6. November 2016

National Novel Writing Month 2016 - Tag 6

Ich befürchte, dass im November das Lesen wieder ein bisschen kürzer treten muss, als im Oktober. Aber das ist ja beinahe schon normal in letzten Jahren. Vor allem, wenn mich das NaNo Fieber wieder gepackt hat.
Aber da ich nicht möchte, dass mein Blog in dem Monat brach liegt, berichte ich vielleicht von Zeit zu Zeit etwas über meine Schreibfortschritte.

Gestern habe ich tatsächlich mehr als 8000 Worte geschrieben und damit meinen Rückstand nicht nur aufgeholt, sondern überboten. Gestern war ich damit bei 12.960 Worten.
Insgesamt plane ich für meinen Kurzroman ja gar nicht so viele Worte ein, daher ist das quasi schon die halbe Miete.

Meine Protagonistin Kira hat jetzt nicht nur die warmherzige Familie Lilienthal kennen gelernt, sondern auch den kleinen Timmy, für den sie eine neue Familie finden muss.
Außerdem verliert sie so langsam ihr Herz an den ältesten Sohn Nathan.
Dass die Kleinstadt Sankt Eden jetzt auch noch eingeschneit ist, macht die Situation für sie nicht einfacher.

Bisher habe ich eine große Freude daran das Setting zu beschreiben. Sei es nun die große Küche der Lilienthals. Die Hütte, in der Kira zur Zeit wohnt. Das Geschäft des Großvaters, in dem er hölzerne Schneekugeln schnitzt, oder den Blumenladen der Großmutter.
Außerdem liebe ich die Szenen, in denen der kleine Timmy eine Rolle spielt. Die ganze Familie kümmert sich liebevoll um den Kleinen und Kira kann ebenfalls nicht anders, als den Jungen ins Herz zu schließen.
Gerade die Mischung aus weihnachtlicher Atmosphäre und Familiensinn macht mir im Moment am meisten Spaß.

Ich weiß grob, wo die Geschichte hingeht (ich meine, bei einer solchen Story erwartet man doch ein über-kitschiges Happy End, oder nicht?) und ich weiß auch so grob, was zwischen Anfang und Ende vorkommen soll, aber die meiste Zeit lasse ich mich überraschen und plane nicht groß.
Meist habe ich die nächsten zwei bis drei Szenen im Kopf und das genügt.

Im Moment fühlt sich das Schreiben entspannter an, als die letzten Jahre, weil der Fokus weniger plotgetrieben ist und mehr auf Emotionen und Figuren ruht. Ich brauche keine Actionszenen, keine künnstlichen Höhepunkte, nur wenig Drama und kann mich voll und ganz in der Gemütlichkeit der Geschichte verlieren. Was auch den Schreibprozess an sich viel gemütlicher wirken lässt.
Dazu kommt, dass ich weiß, dass ich nicht bei 150.000 Worten immer noch nicht fertig bin, sondern das Ende absehbar ist.
All das macht das Schreiben eher zu einer Tätigkeit, die mir Freude macht und mich nicht stresst.
Vor allem, weil ich von mir selbst bei solchen Geschichten nicht viel erwarte. Außer ein paar Emotionen, einem Wohlfühl-Setting und einem Haufen Kitsch.

Wenn alles gut läuft, berichte ich morgen mehr. Und vielleicht habe ich dann noch weitere Szenen, die ich mit euch teilen möchte.

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Ende Kapitel 8
aus: Weihnachten in Miniatur

„Bist du böse mit Opa Wolf?“ fragte Timmy flüsternd in ihr Ohr. Und Kira entfuhr ein klägliches Lachen.
„Nein,“ sagte sie dann leise. „Ich bin nicht böse mit Opa Wolf.“
„Und warum kann ich dann nicht hier bleiben?“ fragte Timmy etwas lauter und Kira hörte, wie Andrea sich abwandte und ihr Schluchzen hinter einem Husten verbarg.

Kira fühlte einen Kloß in ihrem Hals. Sie konnte ihm keine Antwort geben. Stattdessen zog sie den kleinen Jungen an sich und schloss ihn in ihre Arme.  


Ende Kapitel 3
aus: Weihnachten in Miniatur

Die Straße hatte ihren höchsten Punkt erreicht und zu ihren Füßen, eingebettet in eine Talsohle lag die Kleinstadt Sankt Eden. Hell erleuchtet standen die einzelnen Häuser dicht aneinander gereiht. Aus allen Fenstern drang das Licht. In der Mitte hatte jemand einen riesigen Tannenbaum aufgestellt und mit bunten Kerzen geschmückt.
Sie schnappte nach Luft.
„Das kann nicht... entfuhr es ihr.
Sie hörte Nathan neben ihr leise lachen.

„Doch,“ sagte er und sie hörte das Lächeln in seinen Worten. „Willkommen in Sankt Eden. Willkommen im Paradies.“  

Kommentare:

  1. Uh, der letzte Satz liest sich wirklich sehr kitschig. Aber so gehört es sich ja für eine weihnachtliche Romanze. :D

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  2. Ganz richtig :D Zumal es eine billige Anspielung auf den Namen der Stadt ist.
    Ist ja auch nichts, was ich zum Gelesen werden schreibe :D Das ist mehr für mich. Auch wenn sich der Mann trotz allem ab und zu was vorlesen lässt.

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