Donnerstag, 13. Oktober 2016

Rezension: Metro 2033 von Dimitry Glukhovsky

Titel: Metro 2033
Reihe: Metro
Autor: Dimitry Glukhovsky
Verlag: Heyne Verlag
Genre: Post-Apokalypse
Format: Borschiert
Originaltitel: Metro 2033
Seitenzahl: 784
Preis: 9,99 Euro

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Klappentext
(Quelle Amazon)

Es ist das Jahr 2033. Nach einem verheerenden Krieg liegen weite Teile der Welt in Schutt und Asche. Moskau ist eine Geisterstadt, bevölkert von Mutanten und Ungeheuern. Die wenigen verbliebenen Menschen haben sich in das weit verzweigte U-Bahn-Netz der Hauptstadt zurückgezogen und dort die skurrilsten Gesellschaftsformen entwickelt. Sie leben unter ständiger Bedrohung der monströsen Wesen, die versuchen, von oben in die Metro einzudringen... Dies ist die Geschichte des jungen Artjom, der sich auf die abenteuerliche Reise durch die U-Bahn-Tunnel macht, auf der Suche nach einem geheimnisvollen Objekt, das die Menschheit vor der endgültigen Vernichtung bewahren soll.“

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Meine Meinung

Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, warum ich das Buch vor Jahren mal gekauft habe. Erst als ich letzten den Try a Chapter Book Tag gemacht habe, habe ich das erste Kapitel des Buches angelesen und war direkt gefesselt.
Drei Aspekte bringt das Buch mit, die mich absolut überzeugt haben.

Der erste Aspekt ist definitiv das Setting. Wir begleiten Artjom, einen jungen Mann, auf seiner Reise durch die unterirdischen Gänge der Metro.
Der Autor schafft es das Setting zu etwas ganz Besonderem werden zu lassen. Die Tunnel sind dunkel, schmutzig, eng, voller Mutanten oder anderer, viel mysteriöseren Gefahren.
Die Angst, oder das Unwohlsein ist allgegenwärtig. Ich habe das Buch nie als wirklich gruselig empfunden, aber durchaus als atmosphärisch.
Ich hatte keine Probleme damit zusammen mit dem Protagonisten die Metro zu entdecken. Die verschiedenen Stationen, die unterschiedlichen Gesellschaftsformen und vor allem der Umgang der Menschen, mit der ungewohnten Situation.
Der Autor orientiert sich teilweise an alten, realen Gesellschaftsformen, (zum Beispiel der Faschismus oder der Kommunismus) – verändert sie aber, überspitzt sie, entwickelt etwas Neues daraus.

Der zweite Aspekt ist Artjoms Heldenreise. Über viele Seiten hinweg scheint das Buch dem klassischen Schema des unwissenden Auserwählten und seiner Quest zu folgen. In vielen Fantasy-Büchern empfinde ich das als uninnovativ, ausgereizt und bei mir kommt keine Spannung mehr auf. In Verbindung mit dem besonderen Setting und der Suche nach Antworten, dem Sinn des Lebens und nach einer ungewissen Zukunft, habe ich Artjom wirklich gerne begleitet.
Artjom ist nicht immer ein sympatischer Held, manche seiner Gefühlsregungen empfand ich zwar als glaubwürdig, aber dennoch unangenehm. Alles in Allem war er aber ein richtig passender Protagonist und alles in allem habe ich ihn auch gerne begleitet.

Der dritte Aspekt ist das Ende. Es ist lange her, dass mich ein Plottwist so kalt erwischt hat. Oft ahne ich schon vorher etwas, oft weiß ich es sogar schon im Voraus. Aber in diesem Fall hat mich das Geschehen gegen Ende ohne Vorwarnung getroffen.
Ich war so überrascht und atemlos und konnte Artjoms Entscheidungen absolut verstehen. Selten, dass ich nach dem Ende eines Buches noch so aufgewühlt gewesen bin. Nicht unbedingt emotional, aber nachdenklich.

Zuvor habe ich einige Deus ex Machina Szenen bemängelt. Ich mag es nicht, wenn der Protagonist Plot-Armor zu haben scheint und alle um ihn herum sterben. Ich mag es nicht, wenn der Held zu oft in letzter Sekunde vom Zufall gerettet wird.
Allerdings in Verbindung mit dem Plottwist am Ende erhält alles plötzlich einen sehr viel tieferen Sinn und verbindet sich geschickt zu einem Großen Ganzen.

Außerdem muss ich noch kurz etwas zum Schreibstil sagen. Metro 2033 kann man nur dann lesen, wenn die richtige Zeit dafür ist. Man muss schon sehr in der richtigen Stimmung dafür sein um es wirklich würdigen zu können.
Denn der Stil des Autors wirkt sprunghaft, durch viele Rückblenden und Erinnerungen und Geschichten aus der Vergangenheit. Dennoch wurde es nie unübersichtlich.
Zeitweise allerdings wirkte sein Stil etwas distanzierend und ich konnte manche Gefühle nicht ganz so mitempfinden, wie ich es gerne getan hätte. Allerdings war auch das für dieses Buch letztendlich die richtige Mischung.

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Fazit


Das Buch erhält von mir volle Punktzahl. Die Mischung aus außergewöhnlichem Setting und klassischer Heldenreise, mit einem unfassbaren Plottwist am Ende ergab einfach ein wunderbar interessantes und spannendes Gesamtwerk.

Zu Beginn der Lektüre hätte ich weder damit gerechnet, dass ich das Buch so schnell beenden würde, noch dass es mich wirklich kaum loslassen will.  

Kommentare:

  1. Wie schön, wenn ein Buch einen als Leser so überraschen kann. :)

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    1. Jap, damit hatte ich wirklich absolut nicht gerechnet :D

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