Freitag, 7. Oktober 2016

Rezension: Das Königreich der Lüfte von Stephen Hunt

Titel: Das Königreich der Lüfte
Reihe: Jackalian Trilogy 1
Autor: Stephen Hunt
Verlag: Heyne 1. Auflage (9. Mai 2011)
Genre: Steampunk
Format: Taschenbuch
Originaltitel: The Court of the Air
Seitenzahl: 784
Preis: nur noch gebraucht erhältlich

_______________________________________________________________________


Klappentext
(Quelle Amazon)

Das Königreich von Jackal ist eine Welt voller magischer Geheimnisse und technischer Wunder: In riesigen, fliegenden Städten leben Menschen, Magier und Roboter friedlich zusammen. Als eine finstere Macht Jackal bedroht, sind die beiden Waisenkinder Molly und Oliver dazu ausersehen, das Königreich zu retten. Doch sie haben keine Ahnung, dass sie es mit einem mächtigen Feind zu tun haben, der es auf die Vernichtung der Zivilisation abgesehen hat.

_________________________________________________________________________


Meine Meinung

Vor Jahren war ich mit Freunden im Sternverlag stöbern. Eine Freundin und ich wurden gemeinsam auf dieses Buch aufmerksam. Zu der Zeit habe ich noch gekauft, was interessant klang, ohne mich zuvor um andere Meinungen oder Rezensionen zu kümmern.
Wir haben das Buch beide gekauft. Sie hat es sofort gelesen und gesagt, es sei langweilig. Daher lag das Buch bei mir ewig ungelesen im Regal, weil eine solche vernichtende Kritik mich schon ein wenig abgeschreckt hat.

Im Zuge meines SUB-Abbaus habe ich dann doch danach gegriffen. Ich kann der Freundin nicht zustimmen. Denn langweilig ist nicht das richtige Wort für dieses Buch. Trotzdem würde ich das Buch unter keinen Umständen weiter empfehlen.

Der Anfang des Buches war für mich noch recht leicht und schnell zu lesen. Wir begleiten sowohl das Waisenkind Molly durch ihr eher tristes Leben, als auch Oliver, der auf Grund von Umständen in seiner Kindheit seinen Bezirk nicht verlassen darf.
Zu dem Zeitpunkt haben wir nur diese beiden POV Charaktere. Der Autor watet auch hier schon mit sehr vielen unterschiedlichen Ideen auf, manche davon wirken absolut überzogen (Der Umgang mit der Königsfamilie zum Beispiel) und manche scheinen Potential zu besitzen.

Die ersten 250 Seiten wirkten für mich wie ein solides 3-Sterne Buch. Leider hat sich das ziemlich schnell geändert.
Auf einmal wechselt alle zwei Seiten die Perspektive. Letztendlich gab es mit Sicherheit 50 verschiedene POV Charaktere. Manche kamen nur ein mal vor, andere sogar erst 50 Seiten vor Ende des Buches.
Es wurde immer unübersichtlicher und da so ziemlich jede Nebenfigur irgendwann drauf geht, konnte man auch mit niemandem mehr wirklich mitfiebern.

Die Ideen und Verwicklungen nehmen ebenfalls total Überhand. Ständig passiert irgendwas einfach so aus dem Nichts heraus. Auch die Auflösungen haben oft sehr viel von einem Deus ex Machina. Außerdem nehmen auch Tod, Blut, Folter, Grausamkeit und Gewalt um der Gewalt willen immer mehr zu, bis es beinahe unerträglich wird.

Ja, es herrscht irgendwann Krieg, und ja, Krieg ist grausam. Aber stellenweise waren die Beschreibungen und auch die Szenen vollkommen unnütz. Sie dienten nur zur Provokation.

Zu Beginn sind die Figuren meist noch recht sympatisch. Gegen Ende waren sowohl Molly als auch Oliver die absoluten Mary und Gary Sues. Sie konnten einfach alles! Sie waren unbesiegbar, Absolut stark. Und das nicht weil sie sich weiter entwickelt hätten, nein, beide finden „Artefakte“ die ihnen die Kräfte verleihen und fertig.
Die beiden Kids treffen im gesamten Buch im übrigen nur genau 2 Mal und das für vielleicht 5 Seiten aufeinander. Ein wirklich gut zusammen gefügtes Großes Ganzes gab es nicht, der angebliche Plottwist am Ende war lächerlich und die gesamte Geschichte diente nur dazu, ein bisschen Krieg, Gewalt, Tod und Folter zu zeigen.

Die wenigen wirklich interessanten Ideen, wie der Freistaat der Maschinenmenschen, oder die unterschiedlichen Magie-Arten bekamen zu wenig Raum und wenn sie Raum bekamen, dann war es verwirrend, unausgereift, viel zu viel auf einmal, und viel zu wenig erklärt.

________________________________________________________________________


Fazit

Wie man sieht, war das Buch für mich ein einziger Flop. Es hatte keinen Unterhaltungswert, ich konnte nicht mitfiebern, die viele Gewalt schlug mir irgendwann auf den Magen (nicht weil ich das nicht aushalte, sondern weil mich die Sinnlosigkeit so wütend gemacht hat)
Der Stil war durcheinander, verwirrend und überladen.
Die vielen POV Charaktere hatten einen Anschein, als wisse der Autor nicht wie er die Geschichte auflösen sollte.
Ich könnte ewig so weiter machen. Aber den zweiten Band der Reihe werde ich definitiv nicht lesen.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen