Mittwoch, 19. Oktober 2016

Rezension: Aurafeuer – Das Erbe der Macht 1 von Andreas Suchanek

Titel: Aurafeuer
Reihe: Das Erbe der Macht
Autor: Andreas Suchanek
Verlag: Greenlight Press
Genre: Urban Fantasy
Format: E-Book
Seitenzahl: 120 Seiten
Preis: 2,49 Euro

Die Reihe erscheint monatlich, oder alle drei Monate in der Harcover-Sammelausgabe

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Klappentext
(Quelle Amazon)
(gekürzt)

Die Welt, wie du sie kennst, ist eine Lüge! Seit über einem Jahrhundert verbirgt der Wall die magische Gesellschaft vor Menschenaugen, garantiert Friede und Gleichheit zwischen Menschen und Magiern. Doch in den Schatten tobt ein Krieg um die Vorherrschaft. Jennifer Danvers ist eine Lichtkämpferin. Als ihr Freund und Kampfgefährte stirbt, erwacht Alexander Kent ein neuer Erbe der Macht, der von ihr in die Welt der Magie eingeführt werden muss. Keiner von beiden ahnt, dass das Gleichgewicht der Kräft außer Kontrolle geraten. Das Böse holt zum großen Schlag aus, um den Wall endgültig zu zerschmettern.“


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Meine Meinung

Vorweg – jeder der diesen Band mochte, sollte an dieser Stelle besser nicht weiter lesen.




Um ehrlich zu sein, kann ich die vielen wahnsinnig guten Bewertungen nicht verstehen. Für mich war an Aurafeuer nur wenig Gutes zu finden.

Das Cover war das Erste, das mir ins Auge gefiel und ist – meiner Meinung nach – ganz ordentlich gestaltet. Die gedeckten Farben gefallen mir und sie und das Motiv passen sehr gut zu der Geschichte. Außerdem ist es recht schlicht gehalten und wirkt nicht zu überladen. Es suggeriert definitiv, dass es sich um einen Urban Fantasy Buch handelt.

Weiterhin gefiel mir die recht ausführliche Anmerkung des Autors, die auf große Fan-Freundlichkeit schließen lässt und großes Engagement für seine Reihen.

Allerdings sind für mich hiermit die positiven Aspekte schon erschöpft.

Schon zu Beginn des Buches ist mir der Stil aufgefallen, der mir absolut nicht gefällt. Hier paart sich ein gewollt literarischer Stil mit absoluter Gossensprache.
Ich hätte kein Problem damit gehabt, wenn der Autor die Sprache durchgehend modern oder sogar fast jugendlich gehalten hätte, doch leider trieft jeder einzelne Satz nur so von Pathos und wirkt dadurch unrund und bemüht.
Außerdem ist mir aufgefallen, dass sich der Autor nur selten Konjunktionen bedient. So bekam ich als Leser viele Aufzählungen, aber nur selten das Wort „und“ zu sehen. Das mag eine Eigenart des Autors sein, wirkt aber im Zusammenhang mit so viel Umgangssprache einfach nur gestelzt.

Dennoch hätte ich problemlos über meine Schwierigkeiten mit der Sprachen hinweg sehen können, wenn die Figuren oder der Plot mir etwas hätten bieten können.
Aber leider bedienen sowohl die Charaktere und das Setting, als auch die Geschichte an sich durchgehend allerlei Klischees. So haben wir vor allem die geheimnisvollen Bösen in Mönchskutten, ein geheimnisvolles und wichtiges altes Buch, alte Herrenhäuser, in denen die bösen Schattenkrieger den Guten die Lebenskraft aussaugen, Zauberstäbe (ja, auch wenn sie anders genannt werden) und Pseudo-Lateinische magische Worte. Und damit könnte ich noch eine ganze Weile weiter machen. (Und natürlich darf die große Prophezeiung nicht fehlen)

Die Benennung der einzelnen magischen Gegenstände ist ebenfalls nicht besonders innovativ. So werden zum Beispiel Nicht-Magier einfach Nimags genannt.

Die Figuren sind absolute Stereotypen. Alex ist ein notgeiler, aber natürlich super gut aussehender, sehr starker Magier aus armem Elternhausm. (und in meinen Augen die totale Kartoffel) Er säuft und hurt herum und braucht laut eigener Aussage nur 20 Minuten „[...] um ein Girl aufzureißen.“ Pos. 401
Allerdings verfängt er sich in den unmöglichsten Situationen in seinen Vorurteilen und leidet an starken Stimmungsschwankungen. Seine Partner erklären ihm, dass sie sich konzentrieren müssen und dass sie bei einem Fehler möglicherweise alle sterben können und er rastet aus und erklärt Jen erstmal, dass sie ja eine verwöhntes reiches Mädchen ist und kein Leid kennt.
In diesem Moment war das so vollkommen unsinnig, dass ich das Tablet am liebsten an die Wand geworfen hätte.
Jen, die weibliche Protagonistin ist natürlich was ganz Besonderes (ich will ungern spoilern) und stammt natürlich aus einer Familie, in der Missbrauch durch den Vater an der Tagesordnung war. Allerdings gefiel mir Jen von allen Figuren sogar noch ganz gut. Sie ist tough und jammert nicht herum. Sie nimmt Dinge in die Hand und fackelt nicht lange.
Die anderen Figuren sind die typische wunderschöne Superfrau, das schwule Pärchen, außerdem der Aufreißertyp.

Die Atoritätspersonen (der Rat) in diesem Werk sind nicht besser. So haben wir die historischen Persönlichkeiten Johanna von Orlean, Leonardo DaVinci und Albert Einstein. Leider benehmen auch sie sich eher wie Kartoffeln.
Leonardo zum Beispiel:
(so etwa geschehen) „Ups, ich hab das Artefakt aktiviert, das ganze Landstriche ausradieren kann“ - „Ja, dann mach es wieder aus.“ „Hm, blöd, geht nicht“
Ich weiß nicht, vielleicht sollten daher die anderen Figuren klüger wirken? Von jahrhundertelanger Erfahrung und Weisheit wurde zwar immer gesprochen, aber gezeigt wurde keine.
(Und wieso musste schon wieder der Grad von Saint Germain als Bösewicht hinhalten? - Die Figur sieht man doch überall in der Populärkultur)

Der Plot verlief leider auch nur mäßig spannend, hatte aber zumindest einige actionreiche Momente und einige Szenen, die sich in einem Hollywood-Film sicher gut gemacht hätten. Stichwort: schwebende Leute, die aus dem Inneren heraus leuchten...

Somit hätte ich das Werk zwar als Flop abtun, mich aber nicht weiter darüber ärgern müssen, aber dann kamen einige Stellen, die so dreist geklaut wirkten, dass ich das Gefühl hatte, das aus meinen Ohren beinahe Rauch kommen müsste.
So gibt es da Katakomben, in denen magische Artefakte aufbewahrt wurden, die sich in ihrem Verhalten in nichts von dem geheimen Tresor in Warehouse 13 unterschieden. In nichts. (Oh doch, Steg statt Treppe) – und was das anging habe ich viele, viele wirklich viele Anklänge an diese Fernsehserie gefunden.
Ich habe nichts dagegen, wenn man sich von anderen Werken inspirieren lässt, aber das war so dreist kopiert, dass ich richtig wütend geworden bin.

Das Büchlein endet natürlich mit vielen offenen Fragen. So weiß der Leser nicht, wer noch zu den Bösen gehört oder sogar zu den Guten. Wer der geheime Verräter ist, warum Alex so besonders ist etc. – und obwohl ich wider besseren Wissens irgendwie neugierig bin, haben mir die 2,49 Euro so weh getan, dass ich mir nicht vorstellen kann irgendeinen weiteren Band der Reihe zu kaufen.

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Fazit

Für mich eine große Enttäuschung. Ein gewollt pathetischer Stil gepaart mit Gossensprache. Stereotypische Figuren, ein schon hundertfach da gewesenes Magiesystem, relativ spannungsarm und wenig Innovation.
Für mich auf Grund bestimmter Anklänge an andere Werke ein richtiges Ärgernis.



1 Kommentar:

  1. "und in meinen Augen die totale Kartoffel"

    Hngnihihi, ein Buch voller Kartoffeln xD Oh weh, ok, das Buch kommt auch auf meine Liste names 'Nope'.

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